Bedeutung der Abwasserreinigung

Die Bedeutung der Abwasserreinigung spiegelt sich in einer Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen wieder, welche derjenige einhalten muss, der ein Gewässer „benutzt“, d.h. der Abwasser einleitet. Da sind zum einen Bundesgesetze, wie das Wasserhaushaltsgesetz oder die Abwasserverordnung, oder auch Landesrechtliche Regelungen, wie das Wassergesetz und die Thüringer Kommunalabwasserverordnung. Ebenso werden in verschiedenen EU-Richtlinien Festlegungen zur Abwasserreinigung formuliert. Aber auch regional werden Vorgaben zur Abwasserbeseitigung in den jeweiligen Entwässerungssatzungen festgelegt.

Jeder der ein Gewässer „benutzt“, muss auch dafür bezahlen und zwar die sogenannte „Abwasserabgabe“. Auch hierzu gibt es ein Gesetz, das „Abwasserabgabengesetz“.

Damit das Wasser, was wir aus der Natur gewonnen und aufbereitet haben, nach dessen Gebrauch wieder zu sauberen Wasser wird und dem Wasserkreislauf zugeführt werden kann und darf, muss es gereinigt werden.

Die ökonomisch und ökologisch effizienteste Art der Abwasseraufbereitung ist, das in den Betrieben und Haushalten angefallene Abwasser über Kanäle einer zentralen Kläranlage zuzuführen. Hier wird das Abwasser zuerst mechanisch, dann biologisch gereinigt und zusätzlich noch die vorhandenen Nährstoffe eliminiert. Die Reinigungsleistung der modernen zentralen Kläranlagen sind enorm. Zudem sind diese besonders betriebsstabil.

Daneben gibt es noch kleinere biologische Kläranlagen, welche das Abwasser von einzelnen Wohn- bzw. Gewerbegebieten reinigen. Vom Grunde her sind auch diese sehr leistungsfähig, aber auf Grund des stärker schwankenden Abwasseranfalls anfälliger hinsichtlich ihrer Reinigungsleistung und im Verhältnis zu ihrer Größe deutlich wartungsintensiver.

Haushalte oder Betriebe, welche eine solche Anschlussmöglichkeit haben, nennen wir „Volleinleiter“.

Dort, wo weder ein Anschluss an eine zentrale Kläranlage oder kleine biologische Kläranlage möglich ist, müssen die Grundstückseigentümer die Abwässer in einer hauseigenen Kleinkläranlage (Klärgrube) vorreinigen, bevor es entweder direkt in eine Vorflut oder über unsere Kanäle in die Vorflut eingeleitet werden darf. Diese Anschlussnehmer heißen bei uns Direkteinleiter oder Teileinleiter.

Worin unterscheiden sich diese beiden voneinander. Abgesehen von den Kosten in einem weiteren ganz entscheidenden Punkt. Der Direkteinleiter ist für seine Abwassereinleitung selbst verantwortlich. Er benötigt eine eigene Einleitgenehmigung und haftet auch für seine Einleitstelle. Seine Ansprechpartner sind demzufolge nicht die Wasserwerke, sondern die Untere Wasserbehörde im Landratsamt.

Der Teileinleiter, also derjenige, der mit anderen in einen öffentlichen Kanal einleitet, braucht sich darum nicht zu kümmern. Sein Ansprechpartner sind wir.

Zu einer ordnungsgemäßen Abwasserentsorgung benötigt man also Anlagen zur Abwasserableitung und Abwasseraufbereitung.