Wasseraufbereitung
Aufgrund der guten Rohwasserqualität (Wasser vor der Aufbereitung) im gesamten Versorgungsgebiet, sind die bei uns angewandten Aufbereitungsverfahren relativ einfach. Es ist bei allen Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA) lediglich eine Erhöhung des pH-Wertes erforderlich. Dies geschieht bei größeren Anlagen über Kalksandsteinfilter sowie bei der TWA Rottmar zusätzlich über eine mechanische Entsäuerung durch Intensivbelüftung. Bei kleineren Anlagen wird der pH-Wert durch Dosierung von Natronlauge angehoben.
TWA Rottmar
Die TWA Rottmar ist die größte Trinkwasseraufbereitungsanlage im Verbandsgebiet des WAZ Sonneberg. Mit ihr werden rd. 35.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt. Sie hat eine Aufbereitungskapazität von maximal 8.000 m³/d.
Die Trinkwasseraufbereitung in der TWA funktioniert nach folgendem Ablauf:
Filter
Das Wasser aus den Tiefbrunnen des Gewinnungsgebietes Föritz-Nord wird in drei offenen Schnellfiltern gefiltert. Als Filtermaterial dient dichtes CaCO3 (Juraperle). Dadurch kommt es zu einer Teilentsäuerung und Aufhärtung des Wassers. Die Filter wurden für eine Kontaktzeit von 25 Minuten bei einem max. Durchsatz von 200 m³/ h ausgelegt und werden regelmäßig (zweimal pro Woche) gespült. Ausgestattet mit einer Zulaufregelung halten die Filter den Durchsatz konstant.
Zwischenbehälter
Im Zwischenbehälter werden das Wasser aus der Filteranlage sowie aus den Tiefbrunnen des Gewinnungsgebietes Föritz-Süd gemischt. Das Wasser aus Föritz-Süd ist geringfügig härter als das Wasser aus Föritz-Nord, so dass eine Aufhärtung in der Filteranlage nicht erforderlich ist.
Mechanische Entsäuerung
Die mechanische Entsäuerung des Wassers erfolgt in zwei Straßen über eine Intensivbelüftung. Der Zulauf zur Intensivbelüftung erfolgt im freien Gefälle über Zulaufrinnen. Bei der Intensivbelüftung geht die im Wasser vorhandene Kohlensäure eine Verbindung mit Luftsauerstoff ein und gast anschließend aus. Dadurch stellt sich ein Gleichgewicht des pH-Wertes ein. Die zur mechanischen Entsäuerung benötigte Luft wird über Mikrofilter von außen angesaugt.
UV-Anlage
In der UV - Anlage erfolgt die Entkeimung des Wassers. Grundwasser ist zwar in der Regel keimfrei, auf Grund der großen Bedeutung der Anlage ist jedoch eine Sicherheitsentkeimung erforderlich. Die Bestrahlung mit ultraviolettem Lichtverursacht – bei möglicherweise im Wasser vorhandenen Keimen – vereinfacht ausgedrückt einen schweren Sonnenbrand, der zum Absterben der Keime führt.
Reinwasserbehälter
Im Reinwasserbehälter wird das fertig aufbereitete Wasser gespeichert. Der Behälter mit insgesamt 1.500 m³ Fassungsvermögen dient als Pumpenvorlage für das angeschlossene Pumpwerk. Aus dem Reinwasserbehälter wird das Wasser in die Hochbehälter der angeschlossenen Versorgungsgebiete (z.B. Sonneberg) gefördert.
TWA Effelder
In der TWA Effelder wird das Wasser von vier Tiefbrunnen aufbereitet. Auf Grund der sehr guten Rohwasserqualität ist lediglich die pH-Wert-Anhebung erforderlich. Dies erfolgt als mechanische Entsäuerung in einem Flachbettbelüfter. Hierbei wird Luft über Mikrofilter angesaugt und in das Wasser eingeblasen. Die im Wasser vorhandene Kohlensäure verbindet sich mit dem Luftsauerstoff und perlt mit diesem aus. Dies führt zu einem Anstieg des pH-Wertes.
Das aufbereitete Wasser wird in einem Reinwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 2 x 100 m³ gespeichert Anschließend wird das Wasser über eine UV-Anlage vorsorglich entkeimt (hier kann der Text von der UV-Anlage Rottmar übernommen werden). Danach wird das Wasser über drei Pumpenstaffeln in die Zielbehälter in Schalkau/Rauenstein sowie Effelder und Rückerswind gefördert. Die Anlage hat eine Kapazität von 2.000 m³/d. Es sind insgesamt 7.300 Einwohner der Gemeinde Effelder/Rauenstein sowie der Stadt Schalkau angeschlossen. Die Bauzeit war von Juni 2008 bis Juni 2009.




