Wasserwerke Sonneberg
Selektorbecken
Selektorbecken
Belebungsbecken
Belebungsbecken
Nachklärbecken mit Rücklaufschlammpumpwerk
Nachklärbecken mit Rücklaufschlammpumpwerk
Überschussschlammpumpen
Überschussschlammpumpen
Computersteuerung der Kläranlage
Computersteuerung der Kläranlage

Biologische Reinigung

Selektorbecken

Das dem Belebungsbecken vorgeschaltete Selektorbecken hat die Aufgabe, das Wachstum von fadenförmigen Bakterien zu verhindern oder zumindest einzuschränken. Fadenförmige Bakterien bilden Blähschlamm, der sich auf Grund seines geringen Gewichtes und seines Volumens nicht in den Nachklärbecken absetzt und somit die Gefahr bringt, dass Schlamm aus den Nachklärbecken in den Ablauf abgeschwemmt wird. Die Gefahr von Blähschlamm wird vor allem durch die relativ großen Fäkalschlammmengen erhöht. Das Selektorbecken ist in zwei Kaskaden unterteilt und besitzt zur intensiven Durchmischung von Abwasser und Rücklaufschlamm pro Kaskade ein Propellerrührwerk.

Belebungsbecken

Die biologische Reinigung des Abwassers mit Stickstoffelimination und aerober Schlammstabilisierung erfolgt in zwei über ein Verteilerbauwerk beschickte Belebungsbecken. Die Becken sind als Umlaufbecken ausgeführt, d.h. der Beckeninhalt wird permanent mittels großflügeligen Strömungsbeschleunigern mit einer Sohlgeschwindigkeit von etwa 0,20 – 0,3 m/s durch die Becken „geschoben“. Die Becken haben ein Nutzvolumen von je 13.540 m³ und eine Wassertiefe von 4,30m. Sie sind ca. 95m lang. Die Belüftung der Becken erfolgt über eine feinblasige Druckbelüftung mit an der Beckensohle flächig verteilt angeordneten Membran-Rohrbelüftern. Die Belebungsbecken werden vorzugsweise intermittierend betrieben, d.h. in den Belüftungsphasen wird organischer Kohlenstoff abgebaut und Stickstoff nitrifiziert (Oxidation von Ammonium-Stickstoff zu Nitrat) und in der unbelüfteten Phase erfolgt die Denitrifikation, also die teilweise Reduktion des Nitrates zu molekularen Stickstoff, welcher anschließend als Gas in die Atmosphäre entweicht.

Gebläsestation

Für die Versorgung der feinblasigen Druckbelüftung in den Belebungsbecken sind auf der Kläranlage insgesamt 5 Drehkolbengebläse installiert. Je zwei Gebläse versorgen ein Belebungsbecken. Das fünfte Gebläse ist eine Reserveeinheit und kann jedem Becken zugeschaltet werden. Das fünfte Gebläse dient auch zur Spitzenlastabdeckung. Die von den Gebläsen erzeugte Luftmenge kann stufenlos eingestellt werden. Die Gebläse sind im Keller des Maschinenhauses untergebracht und stehen in einer Schallschutzkabine. Zusätzlich besitzt jedes Gebläse noch eine eigene Schallhaube. Die Gebläse sind gleichzeitig die größten Stromverbraucher auf der Anlage mit 3x75 KW und 2x55 KW. Sie erzeugen dabei eine maximale Luftmenge von 3x3000 Nm³/h und 2x1800 Nm³/h.

Nachklärbecken mit Rücklaufschlammpumpwerk

Vom Belebungsbecken fließt das Abwasser über ein Verteilerbauwerk in die beiden Nachklärbecken. Der Belebtschlamm im Abwasser setzt sich dort an der Sohle des Beckens ab und wird von einem kontinuierlich fahrenden Schildräumer in den Mitteltrichter des Beckens geräumt. Von dort fließt er über eine Rohrleitung zum Rücklaufschlammpumpwerk. Der Schwimmschlamm, der sich auf dem Wasserspiegel bilden kann, wird durch eine Schnecke abgefördert, ebenfalls in das Rücklaufschlammpumpwerk. Ein Teil des Schlammes (ca. 75%) wird zurück in die Belebungsbecken gepumpt. Der Rest wird als sog. Überschussschlamm abgezogen und der maschinellen Schlammeindickung zugeführt. Das gereinigte Abwasser im Nachklärbecken fließt unter einer Tauchwand hindurch in eine Rinne und über die Ablauf-Messstation in die Steinach.

Ablaufmessstation

Der Ablauf der Kläranlage muss sowohl nach Qualität und Quantität gemessen werden. Die Quantität, also die Durchflussmenge wird in der Ablaufmessstation mittels eines magnetisch-induktiven Durchflussmessers gemessen. Für die Überwachung der Qualität entnimmt ein maschineller Probenehmer automatisch Proben aus dem Abwasser und sammelt diese in Behältern. Die Proben werden dann im Labor untersucht. Der pH-Wert und die Temperatur werden mittels Sonden kontinuierlich gemessen. Damit werden die Anforderungen der Thüringer Verordnung über die Eigenkontrolle von Abwasseranlagen (Thür. Abwasserkontrollverordnung) erfüllt.