Vorgeschichte der Kläranlage Schalkau
Bislang erfolgte die Abwasserableitung und Abwasseraufbereitung in der Stadt Schalkau nur dadurch, dass die in den Haushalten und Gewerbebetrieben anfallenden Abwassermengen entweder nur mechanisch durch einen Absetzvorgang oder teilbiologisch gereinigt wurden. Überläufe der Klärgruben wurden entweder direkt in die örtlichen Vorfluter oder über eine Teilortskanalisation in die Vorflut eingeleitet. Dies führte zu einer insgesamt sehr hohen Belastung der örtlichen Vorfluter, da die Reinigungsleistung der häuslichen Klärgruben die anfallenden Abwässer nur unzureichend reinigen kann und weit unter den Möglichkeiten einer zentralen vollbiologischen Anlage liegt.
Aber auch die Abwasserableitung in Schalkau selbst genügte vielfach nicht mehr den Anforderungen. Dies betrifft insbesondere die Verlegetiefe, das verwandte Kanalmaterial und den Zustand der Kanäle. Aus diesem Grund musste weit vor den Planungen für den Bau der Kläranlage Schalkau die Planung für die zukünftige Kanalisation der Stadt Schalkau erarbeitet werden. Nachdem feststand, welcher Aufwand notwendig ist, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, wurden die Gesamtmaßnahme in Bauabschnitte aufgeteilt, die Kosten berechnet und die Bauabschnitte zeitlich eingeordnet.
Neben dem eigentlichen Ziel, nämlich die Verbesserung der Wasserqualität der Gewässer und der Hygiene, ergeben sich aus einem Kläranlagenbau noch weitere Vorteile für das kommunale Gemeinwesen. Die Grundstücksentwässerung vereinfacht sich durch den Wegfall der Kleinkläranlage auf den privaten Grundstücken erheblich.
Auf die bisher notwendige Fäkalschlammentsorgung kann hierdurch verzichtet werden und durch die Entkopplung der Abwasserableitung von den örtlichen Vorflutern verringert sich bei Hochwasserereignissen die Rückstaugefahr für die angeschlossen Grundstücke erheblich. Durch den Neuaufbau der Kanalisation konnten vorhandene hydraulische Überlastungserscheinungen im Kanalnetz beseitigt werden und die Bebauungssituation verbessert sich durch die kostengünstigere abwasserseitige Erschließung.
Nicht zuletzt wurde durch den Kanalbau auch die Voraussetzung für den nachfolgenden Straßenbau geschaffen.
Mit dem Bau einer Kläranlage und die Veränderung der bisherigen Teilortsnetzstruktur zu einem geschlossen Systemsammler wurde sozusagen die Grundlage für die Schaffung einer zeitgemäßen ausbaufähigen kleinstädtischen Infrastruktur hergestellt.
Die Bürger der Stadt Schalkau konnten ab 21.04.2006 ihre Klärgruben umschließen. Seit 24.04.2006 ist die KA Schalkau einschließlich RÜB, Pumpwerk und Druckleitung in Betrieb.




